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ABC der Spiele und Spielformen
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Abenteuer-, Bau- und Aktivspielplätze

Abenteuer-, Bau- und Aktivspielplatz Abenteuerspielplätze wurden seit dem Ende der 1960er Jahre in Deutschland eingerichtet. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um sozialpädagogisch betreute Spielplätze in dicht besiedelten Stadtteilen, wo sonst für ältere Kinder und Jugendliche nur wenige Spielmöglichkeiten vorhanden sind.
Das von den skandinavischen Ländern übernommene Spielplatzkonzept sieht vor allem vor, dass auf dem Gelände mit viel Holz und Werkzeugen Hütten, Brücken und Fahrzeuge gebaut werden können.
In dieser selbst gestalteten Umwelt werden dann häufig Spielaktionen, kleine Feste und Abenteuerspiele durchgeführt. Für Zeiten mit schlechtem Wetter stehen Zelte oder Bauwagen zur Verfügung. Die Plätze werden von Kommunen, Jugend- oder Wohlfahrtsverbänden sowie Vereinen getragen. Probleme entstehen manchmal durch die Lärmbelästigung für Anwohner oder weil ältere Jugendliche und konkurrierende Jugendbanden Gebautes zerstören.
Varianten von Abenteuerspielplätzen sind Jugendfarmen und Tierspielplätze, auf denen die Natur im Mittelpunkt steht. Ähnliche pädagogisch betreute Spielorte wie die Abenteuerspielplätze stellen die (allerdings zeitlich begrenzten) -> Ferienspiellager und -> Spielmobile zur Verfügung.

Bewegungsspiele

Bewegungsspiele sind für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene eine geregelte Möglichkeit, zusammen mit anderen Bewegungsdefizite auszugleichen, zu kompensieren, und damit dem natürlichen Bedürfnis nach körperlicher Motorik nachzukommen. Die verschiedenen Bewegungsspiele können nach dem Grad ihrer Geregeltheit und nach den dabei verwendeten ‘Materialien’ eingeteilt werden: Vom stark einer Spielregel unterworfenen Sportspiel, über Kreis- und Gruppenspiele (z.B. Fangenspiele) bis hin zu freier Bewegungsimprovisation. Und von Ballspielen über Schnurspiele (‘Gummitwist’) bis zu Tanzspielen (mit dem ‘Material’ Musik und eigener Körper).
In nicht vorbereiteten Spielsituationen können pädagogische Fachkräfte Bewegungsspiele vorschlagen, bei denen nicht besonderes Material herangeschafft werden muss.

TIPP
Vorzuziehen sind Bewegungsspiele, bei denen alle gleichermaßen die Möglichkeit haben, die Bewegungsaufgabe geschickt zu erfüllen und keiner durch Ausscheiden bloßgestellt wird. Es ist ein Irrtum, dass ältere Kinder und Jugendliche nur an Bewegungsspielen Spaß hätten, die einen starken Wettbewerbscharakter besitzen. Auch im Sportunterricht an den Schulen und in der Jugendarbeit der Sportvereine setzen sich immer mehr Spiele durch, bei denen die Bewegung allein, der Körperkontakt und das Zusammenspiel mit anderen großen Spaß bereiten. Diese Spielmöglichkeiten haben vor allem durch die -> New Games – Bewegung Aufschwung erhalten.

Brettspiele / Gesellschaftsspiele

Bei den meisten Brettspielen handelt es sich um symbolische Wettkämpfe zwischen zwei bis sechs Mitspielern. Zufallsfaktoren (Würfel, Reihenfolge von Ereigniskarten usw.) und individuelle taktische Fähigkeiten der Spieler (vorausplanen, kombinieren, erinnern, Gegner einschätzen) bestimmen den Ablauf, dessen Möglichkeiten von einem meist recht komplizierten Regelwerk bestimmt wird. Neben formalen Brettspielen (wie z.B. Schach, Mensch-ärgere-dich-nicht, Malefiz) sind auch inhaltlich geprägte Brettspiele sehr beliebt (z.B. Monopoly, Sagaland, Scotland Yard, Quizspiele). Vor allem für jüngere Kinder sind in den letzten Jahrzehnten auch kooperative Brettspiele heraus gebracht worden, bei der die Spielgruppe gemeinsam ein Ziel erreichen muss.

Als sehr gute Empfehlung können die in jedem Jahr von einer unabhängigen Kritikerjury gewählten „Spiele des Jahres“ gelten.

Bei der Anschaffung von Brettspielen für pädagogische Einrichtungen, Bibliotheken oder andere Spielberatungs- und ausleihstellen ist besonders auf die Verständlichkeit der Spielregeln, die Haltbarkeit des Materials und die aktuelle Beliebtheit der Form oder des Themas zu achten.

TIPP
Wie animiere ich Gruppen, neue Brettspiele aus-zuprobieren? Weil das Durcharbeiten einer neuen Spielregel meist die größte Hemmschwelle darstellt, lassen sich neue Brettspiele in Gruppen am besten einführen, indem bei jemandem mitgespielt wird, der das Spiel gut kennt (und dieses Vorwissen aber nicht für bessere Spielchancen ausnutzen darf!). In größeren Gruppen (z.B. Schulklassen) könnte man auch einen Test von neuen Brettspielen durchführen: „Welche sollen für die Klassenfahrt mitgenommen werden?“

Computerspiele / Videospiele

Computerspiele sind Computerprogramme, die mit unterschiedlichen elektronischen Unterhaltungsgeräten (vom Handy bis zum Videospielgerät in Spielhallen) mit verschiedenen Eingabeverfahren gesteuert werden. Gemeinsam ist allen Computerspielen, dass der Ablauf mit mehr oder minder gut aufgelöster Monitorgrafik angezeigt wird – bis hin zu spielfilmähnlicher technischer Qualität.
Seitens der Spieleraktivität unterscheidet man Geschicklichkeitsspiele, Strategie-, Rollen- und Simulationsspiele. Zu den Computerspielen zählen nicht nur Spielprogramme, die am PC gespielt werden, sondern auch Videospiele, die in Spielhallen (Arkade-Spiele) und für die verschiedenen Spielkonsolen (z.B. der Hersteller Nintendo und Sony und Microsoft) angeboten werden. Hierzu zählen ebenso Spiele, die Browser-basiert über eine Internetverbindung mit anderen entfernten Spielern auf dem PC, einem Tablet-PC oder Smartphone gespielt werden.

Besonders umstritten sind Spiele, die aggressive Konfliktlösungen und gewaltsame Auseinandersetzungen zum Inhalt haben. Daher gibt es für in Deutschland vertriebene Computerspiele eine unterschiedliche Altersfreigabe.

Darstellendes Spiel

Das Darstellende Spiel umfasst alle Spielformen, in denen die Spielenden eine Rolle, eine Handlung, einen Inhalt darstellen und ausdrücken wollen. Die Darstellung erfolgt zumeist symbolhaft mit Materialien (auch Kulissen), Figuren (Puppen) oder dem eigenen Körper (Mimik, Sprache, Gesten). So zählen alle Formen des -> Theaterspiels, -> Figuren- und -> Rollenspiels zu dieser Spielegattung. Sie sind das Pendant zu -> Wahrnehmungsspielen.

Einstiegsspiele / Warming Up

Für den Beginn der Gruppen- bzw. Projektarbeit von Kindern und Jugendlichen haben sich Kennenlern- und Einstiegsspiele bewährt. Eine neu zusammen gesetzte Gruppe benötigt untereinander zahlreiche Erfahrungen und einen intensiven Informationsaustausch, um angstarm, zielorientiert und zufriedenstellend miteinander kommunizieren und arbeiten zu können. Für diese Warming up-Situationen können Spiele ein hilfreiches Regelwerk und Instrumentarium anbieten, um den Austausch und Klärungsprozess abzukürzen, bewusst zu vollziehen und angenehm zu gestalten.

Warming Up-Spiele mit unterschiedlicher Zielsetzung:
1. Namen lernen
2. Kontaktspiele mit schnellem, oberflächlichem Körperkontakt für Kinder und kurzem verbalen Kontakt für Jugendliche und Erwachsene
3. Informationsaustausch-Spiele über den persönlichen Hintergrund und über Erwartungen oder Vorerfahrungen zum Thema bzw. Ziel der Gruppenarbeit.

Analog zu den Einstiegsspielen sind Ende der 1990er Jahre Abschiedsspiele entwickelt und veröffentlicht worden: Ulrich Baer u.a.: Sag beim Abschied… Spiele, Materialien und Methoden für Schlussphasen in der Gruppenarbeit. Kallmeyer Verlag, Seelze 1998.

Fantasy-Rollenspiel

Neben dem spontanen, selbst initiierten und dem pädagogisch angeleiteten Rollenspiel gibt es als dritte Form des Rollenspiels seit den 1960erJahren das Fantasy-Rollenspiel als Gesellschaftsspiel, seit Anfang der 1980er Jahre auch als Computerspiel und seit einigen Jahren auch als Onlinespiel mit Hunderten über das Internet verbundenen Computern. Dabei tauchen die Spieler in fantastische Welten ein und erleben in Gestalt einer mit bestimmten Verhaltensweisen ausgestatteten Spielfigur Abenteuer, Kämpfe und märchenhafte Ereignisse. Diese Spiele werden von ihren Fans auch als Live-Rollenspiele durchgeführt, bei dem sich die Spieler verkleiden, in Burgen treffen und das Spiel von einer Spielleitung und den realen Interaktionen der Spieler gesteuert wird.

Figurentheaterspiel

Unter dem Figurentheaterspiel als künstlerische Form wird vor allem das Spiel mit Marionetten (Puppen, deren Körperteile an Fäden von oben bewegt werden) und Stabpuppen (mit Körperteilen, die an Stäben von unten geführt werden), Handspielpuppen („Kasperle-Theater“), und mit Schattenspielfiguren oder Papiertheaterfiguren verstanden.
Das eigenständige Spiel der Kinder mit Figuren wird allgemein als -> Puppenspiel bezeichnet.

Geländespiele

Geländespiele sind allein schon durch die mannigfaltigen Naturformen spannend. Bäche, Hügel, Gestrüpp, Bäume, Bänke, Zäune - alles kann als Versteck, Hindernis oder Begrenzung dienen. Bewegungsspiele im Gelände sind besonders verbreitet bei den Pfadfindern, auf Klassenfahrten und Wandertagen,und sind auch ein beliebter Bestandteil der Erlebnispädagogik.

Drei Typen von Geländespielen sind am meisten verbreitet: 1. Wettkampfspiele, bei denen Gruppen sich gegenseitig jagen, suchen und abschlagen müssen; 2. Hindernisparcours, bei denen eine bestimmte Strecke über alle natürlichen Hindernisse hinweg bewältigt werden muss; auch als „Kooperative Abenteuerspiele“(Gilsdorf/Kistner) bekannt; 3. das Orientierungsspiel, bei dem der Weg zu bestimmten Stationen gefunden werden muss (Orientierungs-Rallye, Geo-Cashing).

Bei Geländespielen sind einige Hinweise zu beachten: Das Gelände sollte begrenzt sein oder eine Abgrenzung mit der ganzen Gruppe vereinbart werden. Die Spielleitung sollte sich vorher das Gelände angesehen haben, Gefahrenpunkte und eventuelle Naturschutzbestimmungen festgestellt haben. Ein klares (am besten akustisches) Signal für Spielende oder Abbruch, ein Versammlungsort und eine Zeitgrenze müssen vereinbart werden. Die Spielleitung sollte immer erreichbar sein (Handys!) und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung mitführen.

TIPP
Turnhallen lassen sich mit vielen Großgeräten, Matten, Tüchern und Seilen auch in ‘wilde Gelände’ verwandeln! Klaus Miedzinski hat für eine solche Spielaktion die Bezeichnung "Bewegungsbaustelle" geprägt.

Interaktionsspiele

Gruppenspiele, bei denen die soziale Interaktion und Kommunikation im Mittelpunkt steht und häufig auch anschließend reflektiert wird, werden als Interaktionsspiele bezeichnet. Soziales Verhalten soll mit diesen Spielen bewusst gemacht, trainiert und modifiziert werden.

Eine besondere Form dieser Spiele sind die von Kistner und Gilsdorf entwickelten ‚Kooperativen Abenteuerspiele’, bei denen erlebnispädagogische Aufgaben in spielerischer Form gemeinsam bewältigt werden müssen. Den Interaktionsspielen sind auch alle Plan-, Entscheidungs- und Konfliktspiele hinzu zu rechnen.

Weitere Stichwörter folgen in Kürze

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Quellen der Texte zu den einzelnen Stichwörtern
  • Wörterbuch der Spielpädagogik. Lenoz Verlag, Basel (vergriffen)
  • Kleines Wörterbuch der Spielpädagogik. Friedrich Verlag, Seelze 2007 (Beilage in Heft 5+6/2007 der Zeitschrift "gruppe & spiel")
  • Mitglieder des Forums haben sie für diese Website verfasst.

(Stichwortliste wird fortgesetzt)
 
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